Beiträge zum Hashtag Therapie

Dysphagie – was hilft bei Hypersalivation?

Als Logopäde in der Neurochirurgie und Neurologischen Frührehabilitation habe ich viel mit Patient*innen zu tun, die nicht mehr sicher schlucken können, also eine Dysphagie entwickelt haben.

Zu den Konsistenzen, die ein Mensch schlucken kann, gehört neben flüssig, halbfest, fest und krümelig auch der Speichel. Patient*innen haben im Rahmen neurologischer Erkrankungen manchmal unter vermehrter Speichelproduktion zu leiden: Hypersalivation: ein echtes Problem.

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Dysphagie bei Myasthenia Gravis

Die Myasthenia Gravis ist eine Autoimmunreaktion mit dem klinischen Bild einer Muskelerkrankung. Sehr oft sind dabei vor allem die kleineren Muskeln betroffen. Im Verlauf der Erkrankung ist das Auftreten einer Dysphagie wahrscheinlich.

In der logopädischen Praxis ist eine der wichtigsten Aufgaben bei Patienten mit Myasthenia Gravis neben moderatem Krafttraining auch die Beratung der Patienten.

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Dysphagie bei Morbus Parkinson

Morbus Parkinson ist eine degenerative Erkrankung des extrapyramidal-motorischen Systems (EPS) oder der Basalganglien, die im Verlauf mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zu einer Dysphagie führt. Das Expiratory Muscle Strengh Training (EMST) hat sich als sehr effektiv erwiesen, aber auch andere Inhalte der Therapie sind erfahrungsgemäß effektiv.

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Mundpflege auch bei Dysphagie mit Zahnbürste

Es ist keine Frage: Mundpflege ist wichtig, besonders bei Patienten mit einer Trachealkanüle und bei Dysphagie-Patienten. In der Praxis finden sich dafür allerlei Hilfsmittel.

Eine kleine Bestandsaufnahme.

Was gibt es?

Auf dem Markt der Hilfsmittel für die Mundpflege können Pflegende und Therapeuten auf eine Vielzahl an Gimmicks zurückgreifen.

  • kleine Schwämmchen
  • Toothetten
  • Kompressen
  • Lemonsticks

Es gibt aber auch Zahnbürsten! Klassische Einmal-Zahnbürsten oder die Zahnbürste des Patienten – im Idealfall gar die elektrische.

Vorteile einer Zahnbürste

Eine weiche Zahnbürste für die Mundpflege entfernt effektiv Zahnbelag. Das kann ein kleiner Schwamm nicht schaffen, weil damit nicht ausreichend Druck ausgeübt werden kann.

Durch die Borsten werden das Zahnfleisch und die Mundschleimhaut stimuliert. Dies führt zu einer Produktion von Speichel und regt die Regeneration der Schleimhäute an.

Diese Kombination verbessert die Mundflora und verhindert, dass es zu Entzündungen kommt. Wird die Zahnbürste noch mit einer nicht-alkoholischen Mundspülung benetzt, hilft die Mundpflege mit einer Zahnbürste auch gegen Bakterien und sorgt für eine noch gesündere Mundflora, reduziert das Risiko für Pneumonien und hält den Atem der Patienten frischer.

Wann sind Schwämmchen hilfreich?

Absaug-Schwämmchen
Absaug-Schwämmchen

Bei Patienten mit einer starken Speichelproduktion und reduzierter Schluckfrequenz kann mit Schwämmchen mit Absaugmöglichkeit überschüssiger Speichel schonend aus der Mundhöle entfernt werden. Das ist angenehmer und schonender, als mit einem Absaugkatheter.

Bei Patienten mit einer sehr trockenen Schleimhaut kann ein in Wasser getränktes Schwämmchen die Feuchtigkeit verbessern oder gar bei der Stimulation mit Geschmacksreizen helfen.

Lemonsticks?

Lemonsticks haben den Ruf, die Speichelproduktion zu steigern und durch die Säure zu reinigen. Von beidem weiß man dank neuerer Forschung, dass die Effekte nicht so eintreten.

Durch die Säure kommt es eher zu Mundtrockenheit. Eine Reinigungswirkung der Säure gegen Zahnbelag und abgestorbene Zellen der Mundschleimhaut ist nicht vorhanden. Außerdem greift sie im schlimmsten Fall den Zahnschmelz an oder sorgt bei Zahnfleischverletzungen für Schmerzen.

Therapeutische Mundpflege

An anderer Stelle habe ich über die Zusammensetzung von Speichel geschrieben. Entscheidend für die Beantwortung der Frage nach der Notwendigkeit zu therapeutischer Mundpflege ist, dass Speichel bei verminderter Mundhygiene mit Bakterien verkeimt sein kann, die gefährliche Pneumonien auslösen. Eine Pneumonie durch Speichelaspiration ist nicht gut für den Körper, aber eine bakterielle Pneumonie ist ungleich gefährlicher und wahrscheinlicher. Bei schweren Schluckstörungen ist die Gefahr der Aspiration höher und eine Trachealkanüle verhindert Aspiration nicht vollständig. Zur Prophylaxe von Komplikationen ist daher die therapeutische Mundpflege essentiell.

Zubehör

Für die therapeutische Mundpflege sind einige Hilfsmittel erforderlich. Dazu gehören:

  • Einmal-Handschuhe
  • Zahnbürste,
  • Becher mit frischem Wasser,
  • je nach Vigilanz des Patienten: Zahnpasta, etwas Salviathymol o.ä. in Wasser gelöst oder frischer Pfefferminztee,
  • leerer Becher oder Spuckschale,
  • Kompressen in 10×10 cm

Durchführung der Mundpflege

Vorbereitung

Auf einem kleinen Tablett lassen sich die benötigten Utensilien vorbereiten und bereitstellen.

Neben den Utensilien muss auch der Patient vorbereitet werden. Sofern möglich sollte er in den Stuhl mobilisiert und eine Sitzhaltung einnehmen können, die der bei der Nahrungsaufnahme oder dem Schlucktraining ähnlich ist. Scheidet die Mobilisation aus, ist das Herzbett oder die sogenannte A-Lage eine Alternative.

Wichtig ist es, den Patienten zu informieren. Im Besonderen auch solche Patienten, die in Bezug auf Vigilanz und Aufmerksamkeit eingeschränkt sind. Die Kontaktaufnahme sollte an den Händen beginnen und über die Arme, Schultern, den Nacken und Hinterkopf zum Gesicht gestaltet werden. Nähert man sich dem Gesicht und dem sehr sensiblen Mund des Patienten ohne eine solche Vorbereitung, ist das Risiko größer, einen Beißreflex auszulösen bzw. dass der Patient den Mund nicht öffnet.

Ablauf der Mundpflege

1. Als erstes gilt es, Sekret aus der Mundhöhle zu entfernen. Das kann entweder mit einer um einen Finger gewickelten Kompresse geschehen oder auch mit einem Schwamm mit Absaugmöglichkeit. Die Kompresse bzw. der Schwamm werden in frisches Wasser getaucht und anschließend leicht ausgedrückt. Sie sollten feucht, aber nicht triefend nass sein. Mit einer ausstreichenden Bewegung wird das Sekret aus dem Mund des Patienten nach vorn gestrichen oder direkt abgesaugt.

2. Im zweiten Schritt wird mit der Zahnbürste gearbeitet. Hierbei darf durchaus Zahnpasta zum Einsatz kommen, sofern der Patient ausreichend fähig ist zur Mitarbeit. Bei schläfrigen Patienten ohne aktive Mitarbeit sollte auf Zahnpasta verzichtet werden. In diesen Fällen eignet sich warmer Tee, mit dem die Zahnbürste leicht befeuchtet wird oder eine nicht-alkoholische Mundspül-Lösung.

Mit Druck werden nun alle Zähne von allen Seiten und auch das Zahnfleisch gebürstet. Anschließend soll der Patient ausspucken – ist dies nicht möglich, ist eine Zahnbürste mit Absaugmöglichkeit ein sehr guter Ersatz. Oder der Mund wird mit leicht angefeuchteten Kompressen gereinigt.

3. Im dritten Teil geht es um die Reinigung der Zunge. Mit einem leicht angefeuchteten Schwamm (oder einer Kompresse um den Finger) kann diese längs und quer gebürstet werden. Sich lösende Verborkungen sollten nach vorn aus dem Mund gewischt und dort entfernt werden.

Zum Schluss sollten noch die Lippen des Patienten mit Kompressen gereinigt werden. Bei einer sehr trockenen Mundschleimhaut kommt es auch hier zur Bildung von Schuppen. Im Anschluss an die Reinigung der Lippen sollten diese mit einer Fettcreme gepflegt werden. Augen- und Nasensalbe erzielt ganz gute Effekte beim Rückfetten.

Häufigkeit

Die Mundpflege ist am effektivsten, wenn sie regelmäßig durchgeführt wird. Alle zwei Stunden wäre empfehlenswert. Nur drei Mal am Tag ist zu wenig. Daher sollten Pflegende und Angehörige unbedingt angelernt werden.


Quellen

  • Grap MJ, Munro CL, Ashtiani B, Bryant S. Oral care interventions in critical care: frequency and documentation. Am J Crit Care 2003;12(2):113-8.
  • Meurman JH, Sorvari R, Pelttari A, Rytömaa I, Franssila S, Kroon L. Hospital mouth-cleaning aids may cause dental erosion. Spec Care Dentist 1996;16(6):247-50.
  • Pearson LS, Hutton JL. A controlled trial to compare the ability of foam swabs and toothbrushes to remove dental plaque. J Adv Nurs 2002;39:480-9
  • Sage Products Inc. Oral hygiene – toothette® oral care [homepage on the internet]. Cary, IL: Sage Products Inc; [date unknown] [cited 2010 Nov 11].
  • Specialized Care Co, Inc. How to use the open wide mouth rest. Hampton, NH: Specialized Care Co, Inc; 2012.

Inhalte eines FEES-Berichts

Schon mehrfach habe ich über die FEES berichtet, die Schluckuntersuchung mit flexibler Optik.

Ein wichtiger Teil der Untersuchung ist der Bericht. Besonders, wenn man als freiberuflicher Logopäde seine Patienten in eine Klinik, ein Ambulatorium oder eine Schluckambulanz schickt, bekommt man (nur) über den Bericht die wichtigen Hinweise. Im Notfall muss man seinen Patienten begleiten – wenn die Gefahr besteht, dass der Bericht zu lange auf sich warten lässt.

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Vorschau: Therapiebuch Semantik

Bereits 2012 ist mein erstes Therapiebuch erschienen. Das Aphasie-Übungsbuch „Uhrzeiten“ für das iPad bietet allerlei interaktive Aufgaben zu Zeiten, dem Lesen der Uhr und im semantischen Feld der Uhrzeiten. Etwas später dann erschien in der selben Reihe mein Aphasie-Übungsbuch „Farben“.

Jetzt ist es an der Zeit, das deutlich umfangreichere und komplexere Aphasie-Übungsbuch „Semantik“ vorzustellen.

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