Inhalte eines FEES-Berichts

Schon mehrfach habe ich über die FEES berichtet, die Schluckuntersuchung mit flexibler Optik.

Ein wichtiger Teil der Untersuchung ist der Bericht. Besonders, wenn man als freiberuflicher Logopäde seine Patienten in eine Klinik, ein Ambulatorium oder eine Schluckambulanz schickt, bekommt man (nur) über den Bericht die wichtigen Hinweise. Im Notfall muss man seinen Patienten begleiten – wenn die Gefahr besteht, dass der Bericht zu lange auf sich warten lässt.

Grundsätzliche Inhalte

Die wichtigsten Elemente eines optimalen FEES-Berichts sind folgende.

  • Beschreibung der anatomischen Strukturen,
  • Übersicht der Funktionen von Gaumensegel, Zungengrund und Kehlkopf,
  • Hauptmerkmale wie Leaking, Penetration und Aspiration in den Schluckphasen,
  • Notierung einzelner Scores wie
    • PAS
    • Münsteraner Dysphagie-Score
    • FEDSS-Score
    • BODS
  • Protokoll über geprüfte Konsistenzen und
  • Protokoll überprüfter kompensatorischer Schluckmuster.
  • Angabe von Besonderheiten, die bei der FEES aufgefallen sind, wie
    • Gewebeneubildungen,
    • Veränderungen der anatomischen Struktur,
    • Tremor oder klonische Bewegungsmuster und
    • Stenosierungen besonderer Art und auch
    • Hinweise auf Öffnungsstörung des oberen Ösophagussphinkters

Essentiell

Um sicher zu stellen, dass auch spezielle Informationen im Bericht zu finden sind, sollte die Fragestellung sehr konkret formuliert sein. Für die Untersucher ist es leichter, wenn sie wissen, worauf sie im Rahmen der FEES besonders achten sollen und welche Fragestellung bei einem Patienten im Vordergrund steht. In diesem Fall gehört die Beantwortung der Frage natürlich ebenfalls in den Bericht über die FEES.

Randinformationen

Daneben sollte der Bericht Informationen darüber enthalten, unter welchen Rahmenbedingungen untersucht wurde. Beispielsweise ob ein Anästhetikum zum Einsatz kam, welches Nasenloch für die Passage genutzt wurde und auch, in welcher Position die FEES durchgeführt wurde.

Hilfen bei der Berichtserstellung

Es gibt bereits sehr viele Protokollvorlagen für die Dokumentation einer Schluckuntersuchung nach FEES-Standard und jede Klinik und jede Schluckambulanz hat sicher ihre eigenen Abläufe. Als sehr hilfreich hat sich das Befundsystem rpSzene® der Firma Rehder und Partner erwiesen. Der Untersuchungsplatz bietet die Möglichkeit, Daten direkt aus der Datenbank zu wählen und mit einfachem Drag&Drop auch Bilder in den Bericht einzufügen. Dabei können bereits bei der Untersuchung bestimmte Elemente aus einer erweiterbaren Auswahl selektiert werden und erscheinen automatisch im Bericht.

Take Home Message

Zu einer Schluckuntersuchung nach FEES-Standard gehört auch ein Bericht. Der Standard erwähnt dies nicht explizit, gleichwohl versteht es sich von selbst, dass die Ergebnisse der Schluckuntersuchung dokumentiert und weitergegeben werden. Für die Mitbehandler allen voran den Therapeuten ist der Bericht ausgesprochen wichtig.

Nach Möglichkeit sollte er schnell formuliert werden – was bei Vorhandensein technischer Hilfen durch die Untersuchungsplätze kein Problem darstellen sollte.

Diskussion

Was sind deine Erfahrungen? Bekommst du deine Berichte schnell genug? Gibt es regionale Unterschiede? Diskutiert das in den Kommentaren.

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