Okay. Das ist einfach. Aber der Anlass ist lustig. Kürzlich habe ich von einer Patientin gehört, die eine „Epiglottisparese“ haben soll. Da musste ich nicht lange nachdenken um herauszufinden, dass das ziemlicher Quatsch ist. Die Epiglottis bewegt sich nicht (aktiv). Ein Knorpel kann sich nicht bewegen. Er wird bewegt. Daher wird auch die Epiglottis bewegt. Auf erstaunliche Art!

Epiglottis

Die Epiglottis ist ein Knorpel, der als Teil des Larynx (Kehlkopf) im Hypopharynx zu finden ist. Ihre Form ist sehr individuell und bei den Menschen oft unterschiedlich. Manchmal ist sie sehr flach, manchmal sieht sie von oben aus wie ein Hufeisen. Entscheidend ist aber ihre Funktion und nicht ihre Form.

Im Schluckakt erfüllt sie zwei Aufgaben.

Sie bildet innerhalb des Schluckaktes eine Art Deckel, der sich über den Eingang in die Trachea legt. Dadurch lenkt sie den Bolus über den Kehlkopf in Richtung Ösophagus. Damit hilft sie bei der Sicherung der Atemwege und beim Erfolg des Bolustransports – den beiden Aufgaben des Schluckens.

Bewegung

Aber ist es wirklich so einfach, die Bewegung der Epiglottis beim Schlucken zu beschreiben?

Zunächst ist wichtig zu beachten, dass die Epiglottis als Knorpel keine eigene Bewegung durchführen kann. Sie wird also passiv bewegt. Damit das gelinkt, sind im Falle der Epiglottis unterschiedliche Muskeln und Strukturen beteiligt.

Durch die Bewegung des Larynx nach oben und vorn kommt es zu einer Art Kontakt der Epiglottis mit dem Hyoid. Das Hyoid (Zungenbein) fungiert wie eine Barriere und sorgt dafür, dass die Epiglottis nach hinten kippt.

Übrigens bewegt sich das Zungenbein zwischen 5,8 bis 25,00 Millimeter nach oben und 7,6 bis 18,00 Millimeter nach vorn.

Allerdings reicht diese Bewegung nicht aus, um den gesamten Aditus Laryngis abzudecken, einen weitgehend vollständigen Schluss des Larynx zu erreichen. Diese Aufgabe kann die Epiglottis dadurch erfüllen, dass die Muskulatur an der Pharynxhinterwand von oben nach unten kontrahiert und so das obere (durch die Kippung im Schluckakt hinten gelegene) Drittel der Epiglottis weiter nach unten lenkt.

Quelle

  • Molfenter, S. M., & Steele, C. M. (2012). Variation in Temporal Measures of Swallowing: Sex and Volume Effects. Dysphagia, 28(2), 226–233. http://doi.org/10.1007/s00455-012-9437-6

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