Warum die Fernseher in Patientenzimmern nicht oben hängen sollten.

Das Klinikum Osnabrück – mein Arbeitgeber – baut ein neues Rehabilitationszentrum. Ausgestattet mit Stationen für Geriatrie, Palliativ und viel Neurologie geht der Bau voran. Nun geht es um die Ausgestaltung der Patientenzimmer und Therapieräume.

Der Baufortschritt der Einhäusigkeit des Klinikums Osnabrück. (Aufgenommen am 6.8.2012)
(c) Klinikum Osnabrück GmbH

Im Rahmen der Ausgestaltung der Patientenzimmer kam mir eine Idee die vielleicht nicht neu, aber doch einleuchtend ist.

Wenn man sich so ein Zimmer anschaut, in dem Patienten ihren Aufenthalt in der neurologischen oder geriatrischen Rehabilitation verbringen, dann findet sich eigentlich immer ein Fernseher darin. Und dieser hängt meisten oben rechts oder links in der Ecke. Ist leicht nach unten geneigt.

Ich habe mir im Vorfeld der Planung den Spaß erlaubt und meine Dysphagie-Patienten mal beobachtet, wie sie fernsehen. Gemütlich in einen Rollstuhl mobilisiert, leicht nach hinten geneigt und den Kopf abgelegt auf die Kopfstütze. Bequem sieht das immer aus. Aber was ist mit der Schluckfrequenz?

Als Logopäde kenne ich die Einflussfaktoren auf die Schluckfrequenz und die Qualität der Bewegungsabläufe. Und ein nach hinten überstreckter Kopf und damit ein deutlich längerer Weg bei der Larynxelevation ist schlecht, fördert sogar Penetration und sorgt postdeglutitiv für Residuen.

Konsequenz: In unserem neuen Rehazentrum werden die Fernseher zentriert an der Wand – in Augenhöhe des Patienten montiert.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die eine Einrichtung besonders machen und ich freue mich sehr, an der Planung beteiligt zu sein!

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