Darf ich kurz was zu dem deutschen Curriculum zum Trachealkanülen-Management (TKM) der DGD sagen?
Cool, danke. Mach ich.
Ich finds gut, dass es das gibt. Aber ich würde österreichischen Kolleg:innen raten, sich daran nicht zu beteiligen. Das klingt erst mal merkwürdig, aber ich verrate gern, warum ich das denke und sogar für sehr wichtig halte.
In Österreich ist das TKM im Curriculm des Logopädie-Studiums verankert. Dass die Logopädie in diesem Bereich therapeutisch arbeitet, ist unbestritten und fixer Teil in den Köpfen aller. Die Frage ob Logos in Österreich eine aktive Rolle im klinischen oder ambulanten Setting spielen, ist geklärt. Anders als in Deutschland. Da ist die Ausbildung so sehr zersprengt, sind Aufgaben im Gesundheitswesen so schlecht strukturiert, dass man sich als Logo nicht zwingend sicher fühlen kann.
Darum gibt es da mit dem TKM-Curriculm eine gute Basis für einen einheitlichen Standard. Der nicht bindend ist. Also ist das Ganze eine Übergangslösung.
In Österreich braucht es so einen Schritt nicht.
Also könnte man das sein lassen. Oder einfach auch so ein Zertifikat besorgen, weil‘s nicht schadet?
Nein! Es schadet nämlich sehr.
Das Bild das man als Logopäd:in zeigt, wenn man sich dieses TKM-Zertifikat „erarbeitet“ ist, dass man in Österreich nicht schon durch ist mit dem Thema. Dass es Klärungsbedarf gibt. Dass es offene Fragen in den Zuständigkeiten gibt.
Dieses Bild sollten wir vermeiden.
Die Berufsausbildungen in unseren zwei Ländern unterscheidet sich gravierend! Die Gesundheitssysteme unserer Länder sind bei näherer Betrachtung sehr unterschiedlich. Die Versorgung tracheotomierter Patient:innen ist tatsächlich auch sehr unterschiedlich. Warum sollte man sich in Österreich ein Zertifikat ins Land holen, das auf einer völlig anderen Ausgangslage entstanden ist?
Wie gesagt: für Deutschland ist es gut, dass es das gibt. Für Österreich kann man das nicht sagen.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
