iTunes Producer und der deutsche iBookstore

Es gibt die eine und andere Hürde, wenn man von Deutschland aus mit iBooks Author ein Buch im iBookstore veröffentlichen möchte. Damit auch ihr aus meinen Fehlern lernen könnt, schreibe ich meine Erfahrungen auf.

In so einer Art erstem Teil habe ich bereits beschrieben, wie man an eine amerikanische Steuernummer (iTIN) bzw. EIN kommt. Hier ist das Thema eher technisch. Es geht um iTunes Producer, den iBookstore und das Veröffentlichen.

Das Buch in iBooks Author

Sobald ich mein Buch in iBooks Author fertig hatte, ging es darum, es im iBookstore zu veröffentlichen. Dieser Schritt ist wirklich einfach: Menü „Ablade > Veröffentlichen…“. Um eine sinnvolle Struktur der Versionen aufzubauen, habe ich in meinem Projekt-Ordner einen neuen Ordner angelegt und ihn „1. Auflage“ genannt. Aber für den eigentlichen Prozess ist dies nicht wichtig.

iTunes Producer

iBooks Author erstellt ein Dateipaket, das sich automatisch in iTunes Producer öffnet. iTunes Producer ist das Programm von Apple, das zwingend für die Übermittlung des Buches an Apple erforderlich ist. Es gibt dabei ausschließlich eine Version für OS X.

Es gilt, eine ganze Reihe von Informationen einzutragen, die für die Veröffentlichung neben dem eigentlichen Buch wichtig sind. Vorgegeben ist neben dem Buch selbst bereits das Cover. Alle anderen Angaben – es gibt Pflichtfelder und freiwillige Zusatzangaben – müssen im iTunes Producer gemacht werden. Angaben wie der Name der Autoren, der Kategorie, Screenshots, eine Beschreibung und mögliche Angaben zur Altersbeschränkung lassen sich notieren bzw. sind teilweise erforderlich.

Anschließend übermittelt das Programm die Daten als Paket an Apple und damit ist die Veröffentlichung fast geschafft.

Textbook vs. Book

Aber schon bei den ersten Angaben gibt es einen Stolperstein für deutsche Autoren, die ihr Buch gern im deutschen iBookstore veröffentlichen wollen. So ist es mir passiert, dass ich als Art „Textbook“ angegeben habe. Schließlich hatte ich mein Buch mit iBooks Author erstellt. Außerdem handelt es sich um ein interaktives Buch – also ein Multi-Touch-Buch. Und bei allen Ankündigungen durch Apple im Januar 2012 bin ich immer davon ausgegangen, dass diese Multi-Touch-Bücher eben „Textbooks“ sind.

Eines besseren wurde ich belehrt, als mein Buch den langen Weg durch die Qualitätskontrolle durch Apple endlich erfolgreich bewältigt hatte und ich die Nachricht bekam, mein Buch sei nun erschienen und im iBookstore verfügbar.

Mich wunderte, dass es nur in einem iBookstore verfügbar war: dem amerikanischen.

Ursachenforschung

Nach ein paar Recherchen wurde ich im Apple Support-Forum fündig. Veröffentlichungen von „Textbooks“ sind ausschließlich im amerikanischen iBookstore möglich, da es sich bei eben diesen „Textbooks“ um amerikanische Schulbücher handelt. „Textbooks“ sind also keine Multi-Touch-Bücher, sondern Schulbücher.

So steht es auch in den Fragen und Antworten zum eigenen iTunes-Connect-Account. Hätte ich also wissen können.

Die Lösung

In iTunes Producer muss also der Buch-Typ auf „Book“ stehen, wenn das Buch im deutschen iBookstore erscheinen soll:

Jetzt ist mein erstes Therapiebuch also im amerikanischen iBookstore als Schulbuch zu beziehen und ich erwarte null Interesse; im deutschen iBookstore wird es hoffentlich bald erscheinen, denn ich weiß, dass hier das Interesse deutlich größer ist. Im iBookstore wird es dann als Multi-Touch-Buch, eben als Buch erscheinen.

Hier und auf therapiebu.ch werde ich weiter berichten.

7 Kommentare

  1. Pingback: iTunes Producer und der deutsche iBookstore | Gedanken eines ... | ePub und iBook | Scoop.it

  2. MKL 29. Sep 2012 at 16:58

    Hallo Alexander, Hallo liebe User des Forums hier,

    wie genau bekomme ich es dann als Deutscher (überhaupt nicht in den USA regestrierter) Bürger hin -eine amerikanische Steuernummer- ??

    Vielen Dank für Antworten am besten direkt per eMail.

    Schöne Grüße
    Wirfinit

    Antworten
  3. wetter 11. Dez 2012 at 02:07

    Und ab wann muss man dann wieviel Steuern zahlen? Oder führt die Apple auch gleich ab?

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    1. Alexander Fillbrandt 11. Dez 2012 at 05:31

      Die Steuern hängen von den eigenen Einnahmen ab. Da ist sicher ein Steuerberater hilfreich. Aber versteuern muss man die Einnahmen natürlich selbst.

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  4. Dariusz 1. Nov 2013 at 23:41

    Hallo zusammen, nachdem ich mir alle Tipps zu den Steuernummern durchgelesen habe und nicht glauben konnte, dass das nicht einfacher geht, hab ich noch etwas rumgesucht und das hier gefunden: https://biblon.de/ibooks-author/ – die Konditionen sehen auf den ersten Blick ok aus, und man spart sich komplett den Ärger mit den US-Steuerbehörden. Für das Kinderbuch, das meine Frau am Mac gebastelt hat, scheint mir das die einfachste Variante zu sein. Wie’s aussieht kann man da auch eine ISBN bekommen, was bei anderen ebook Shops wohl Voraussetzung ist, wenn ich das soweit richtig verstanden hab. Na ich werd das mal testen und ggf ein follow-up posten.

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    1. Alexander Fillbrandt 1. Nov 2013 at 23:51

      Ich hab‘ mir das Angebot mal angesehen. Kann ich dringend von abraten!

      Man hat nämlich gar keinen „Ärger mit den US-Steuerbehörden“. Eine EIN beantragen, Accoount bei iTunes-Connect freischalten, fertig. Dafür wollen die von biblon 30% des Erlöses… Das ist in meinen Augen Wegelagerei.

      Antworten

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