… und dann wurde es Mainz.

Es gibt Aussagen, die möchte man einfach nicht hören.

Dazu gehört im Besonderen sowas wie „Schatz, ich ziehe weg.“ Als besagter Schatz hat man da nicht viele Möglichkeiten. Für mich jedenfalls gab es nur die Option, dann eben auch wegzuziehen.

Damit verbunden war aber ein ganzer Rattenschwanz an Aufgaben und Dingen, die geregelt werden mussten.

Quest angenommen

Universitätsmedizin MainzAls Logopäde war ich in der glücklichen Ausgangslage, dass ich keine so große Last mit der Suche nach einer neuen Anstellung hatte. Komplizierend nur, dass ich weiter unter allen Umständen in einer Klinik arbeiten wollte. Dieses „unter allen Umständen “ ging soweit, dass ich lieber nicht arbeite, als nicht in einer Klinik.

Ein Umzug war also unumgänglich, um nicht die Liebe aus dem Blick und aus der Nähe zu verlieren. Was für eine glückliche Fügung, dass die Universitätsmedizin Mainz eine neue Stelle zu besetzen hatte. Die Bewerbung war schnell geschrieben und der Termin für ein Vorstellungsgespräch schnell vereinbart. Die Uniklinik war dabei sehr entgegenkommend: Man gestand mir zu, Vorstellung und Hospitation auf einen Tag zu legen, dazu einen Freitag, um mir die Organisation soweit wie möglich zu vereinfachen.

Das war nett.

Und das war das Team auch. Im positivsten Sinn des Wortes. Zugegeben, als nicht-Akademiker und schon nicht mehr ganz junger Logopäde hatte ich etwas Sorge. Aber: unbegründet.

Vielleicht lag es daran, dass ich gar nicht so schlecht in Sachen FEES bin, vielleicht daran, dass ich durchaus zugeben kann, wenn ich sowas von nervös bin, ich weiß es nicht. Jedenfalls habe ich den Job, der meinen Namen trägt bekommen.

Wohnungen wie Sand am Meer…

Die erste Aufgabe der Quest war also erledigt.

Teil zwei der Aufgabe war die Sicherung der Unterkunft. Kurz gesagt: ich brauchte eine Wohnung.

Oktober, soviel weiß ich jetzt, ist kein guter Zeitpunkt für den Beginn eines neuen Mietverhältnisses. Man ist zu dieser Zeit einfach nicht der einzige und eher einer unter vielen Studentinnen und Studenten, die eine Wohnung suchen.

In Osnabrück hatte ich mal gute Erfahrungen damit gemacht, selbst eine Suchanzeige in die Zeitung zu setzen. Mein Plan war also denkbar einfach: lass sich die potentiellen neuen Vermieter melden. Hahaha. Gute Idee. Klappt in Osnabrück. Aber in Mainz?

Ich nehme es vorweg. Ja, das klappt auch in Mainz!

Dabei war ich an dem Tag meiner Anzeigenschaltung ziemlich frustriert. Zunächst wollte ich an dem Tag in Mainz sein. Der Teil des Plans war einfach umzusetzen. Als ich dann aber in Mainz am Bahnhof eine Zeitung erwarb, war meine Anzeige nur eine unter vielen. Angeboten wurden hingegen drei Wohnungen. Drei!

Reaktionen auf meine Anzeige gabe es zum Glück nicht so wenige und so konnte ich bereits an dem Samstag eine Wohnung besichtigen. Allerdings war das angebotene Domizil … Nun ja … Ich würde die Erinnerung an die Besichtigung lieber verdrängen.

Kurze Zeit später saß ich jedenfalls frustriert und vor allem desillusioniert in einem Park und wurde von einem Anruf überrascht. Ich habe eine Anzeige in der Allgemeinen Zeitung inseriert, wurde ich gefragt. Man habe da ein Angebot für mich, wurde mir gesagt. Wir verstanden uns. Redeten – ohne uns zu kennen – über Gott und die Welt und kamen überein, dass ich mir die Wohnung einfach mal angucke. Sie sei ein bisschen draußen. Also nicht in der Innenstadt. Während ich noch Google Maps bemühte, mir eine schöne Strecke zu zeigen, bot man mir gleich an, mich abzuholen. Zu einer Wohnungsbesichtigung. Mich, einen Fremden.

Selten habe ich mich so willkommen gefühlt.

Fazit

Um die Sache abzukürzen: diese Wohnung ist meine neue. Da ziehe ich ein. Punkt.

Als klar war, dass ich an der Universitätsmedizin Mainz würde arbeiten können, stellte sich ein bisschen Freude ein. Getrübt von dem Umstand, dass damit einhergehend ein Umzug erforderlich würde und ich noch keine neue Wohung hatte.

Jetzt, und das kann ich sagen, während ich im Zug von Mainz nach Osnabrück fahre, freue ich mich auf Mainz, auf die Uniklinik, auf die neuen Kolleginnen und Kollegen, die neue Wohnung und darauf, als Schatz weiter in Reichweite zu sein.

Hallo Mainz! Nennt mich Mainzelmännchen.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.