Nicht-neurogene FEES-Befunde

Zurecht haben sich die HNO-Ärzte und Phoniater bereits in der Vergangenheit unzufrieden über die Ambitionen der Neurologen geäußert, die FEES nicht nur bei den ärztlichen Gruppen zu lassen, bei denen Schluckuntersuchungen zur Facharztausbildung gehören, sondern auch selbst durchzuführen und das auch an entsprechend geschulte Sprachtherapeuten und Logopäden zu delegieren.

Zurecht allerdings nur, weil es scheint, als haben sie die Inhalte der FEES-Ausbildung wie sie für neurogene Dysphagien etabliert[1] werden sollen, nicht gelesen.

Die Inhalte der Ausbildung umfassen die Identifikation nicht-neurogener Auffälligkeiten und den Bedarf der fachärztlichen Begutachtung über die FEES hinaus. Die FEES ist nach wie vor eine interdisziplinäre Veranstaltung.

Die folgenden Auffälligkeiten können auch von nicht-neurologischen Untersuchern beobachtet werden und sollten von ihnen erkannt werden können.

Globusgefühl

  • Zenker-Devertikel
  • Öffnungsstörung des oberen Ösophagussphinkters
  • psychogene Dysphagie

Bei onkologischen Patienten

  • Mucositis (Entzündung der Mundschleimhaut)
  • Xerostomie (Mundtrockenheit)
  • Induration (Verhärtung) des Mundbodens
  • Öffnungsstörung des oberen Ösophagussphinkters
  • Sensibilitätsverlust

Zufallsbefunde

Alles, was ungewöhnlich (oder besser ungewohnt) aussieht sollte immer von einem HNO mitbeurteilt werden. Dabei meint das „ungewohnt“ alles das, was Neurologen und Logopäden nicht bekannt vorkommt.

Relevanz

Die Hals-Nasen-Ohrenärzte sind nicht glücklich über das Curriculum zur FEES-Ausbildung. Ihrer Ansicht nach, gehört eine solche Untersuchung nicht in die Hände von Logopäden. Ihr Argument sind übersehene Befunde, aber auch die Risiken einer FEES.

S. Langmore gibt die drei häufigsten Risiken übrigens an, mit Häufigkeit des Auftretens[3].

Risiko Häufigkeit
Epistaxis (Nasenbluten) 0,3 Prozent
Vasovagale Synkope 0,03 Prozent
Laryngospasmus 0,03 Prozent

Quellen

  1. Dziewas, R, J Glahn, M Prosiegel, T Warnecke, C Helfer, S Stanschus, G Ickenstein, et al. “FEES for Neurogenic Dysphagia.” Nervenarzt 85, no. 8 (July 26, 2014): 1006–15. doi:10.1007/s00115-014-4114-7.
  2. Dziewas, R, O Busse, J Glahn, M Grond, G F Hamann, G W Ickenstein, D G Nabavi, et al. “FEES in the Stroke Unit: Recommendations for Implementation in the Clinical Routine..” Nervenarzt 84, no. 6 (June 2013): 705–8. doi:10.1007/s00115-013-3791-y.
  3. Langmore S., Endoscopic Evaluation and Treatment of Swallowing Disorders, Thieme Verlag, 2000

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