Wie mich ein Evaluationsbogen aus dem Konzept brachte

Kürzlich habe ich eine Fortbildung zu therapeutischem Trachealkanülenmanagement gegeben. Für den Berufsverband der Logopädie in Österreich – LogopädieAustria – an der Uniklinik in Tulln.

Herr Mann war mit von der Partie und mir haben die 16 Unterrichtseinheiten sehr gut gefallen. Aber eine Sache hat mich am Ende dann doch aus dem Konzept gebracht: die Evaluationsbögen.

Evaluation einer Fortbildung gehört zum Standard und als Dozent finde ich die Bögen sehr interessant. Zwar gebe ich am Ende eines Seminars den Teilnehmerinnen und Teilnehmern immer auch die Gelegenheit Fragen zu stellen und auch Rückmeldungen zu geben, aber durch konkretere Fragestellungen und die anonymisierte Beantwortung sind die Ergebnisse der Fragebögen oft ehrlicher.

Meistens – und ich sage das durchaus mit ein bisschen Stolz – fällt die Evaluation meiner Seminare und Fortbildungen ganz gut aus. Anfangs habe ich eher kritische Rückmeldungen zu meinen Skripten bekommen, aber dadurch wusste ich schließlich, was ich ändern und verbessern konnte. Seither auch da nur vereinzelt Kritik.

Völlig neu für mich in Österreich war die Fragestellung, ob ich durchgängig auf eine gegenderte Formulierung geachtet hätte. Und da habe ich ziemlich versagt.

Illustration Gendering in Evaluation

Nun muss ich gestehen: Das stimmt so. Ich habe tatsächlich nicht auf eine geschlechtsneutrale Formulierung geachtet oder immer beide Varianten benutzt. Und ich gestehe auch, dass es vielleicht ungewohnt klingt, wenn ich immer nur von Logopäden spreche.

Liebe Kolleginnen! Bei euch entschuldige ich mich in aller Form dafür.

In den meisten Fällen mache ich das unbedacht und nicht mit Absicht. Nur manchmal wundere ich mich über die Pauschalität, mit der bei den therapeutischen Berufen auf der weiblichen Form bestanden wird. Ganz besonders bei Stellenangeboten. Hier findet sich immer der Satz „Frauen werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.“. Und das nervt. Es gibt meiner Meinung nach zu wenig männliche Therapeuten.

Ja, das ist eine dumme Ausrede!

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