Therapeuten müssen sich fortbilden: Es gibt eine Fortbildungspflicht für fachliche Leitungen und Praxisinhaber. Aber wie auch bei anderen Berufsgruppen, wird es auch für angestellte Therapeuten in Zukunft sicher eine Pflicht geben, sich fachlich auf dem aktuellsten Stand zu halten.

Fortbildungen bieten aber mehr als nur das Vermitteln von aktuellen Erkenntnissen und das Vorstellen effektiver Methoden. Auf Fortbildungen, Seminaren und workshops findet sich immer auch die Gelegenheit, sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen, Vorgehen gemeinsam zu diskutieren und von Erfahrungen der anderen zu profitieren. Fortbildungen sind also nicht nur Pflicht, sondern auch praktisch. Wenn man als Therapeut aber beschlossen hat, an Fortbildungen teilzunehmen, könnte es ein paar Probleme geben:

Manche Fortbildung muss sich Kritikpunkte gefallen lassen

1. Fortbildungen sind teuer!

Therapeuten verdienen mit ihrer Arbeit Geld. Therapeuten verdienen auch für ihre Arbeit Geld. Allerdings sind die Rahmenbedingungen in Praxen und Kliniken nicht perfekt – mit ihrem Lohn und Gehalt müssen Therapeuten haushalten. Und auch wenn es in vielen Praxen einen Zuschuss zu Fortbildungen gibt – die Kosten für eine Fortbildung bewegen sich zwischen 250 EUR und weit über 600 EUR, ohne Spesen. Denn Anreise, Unterkunft und Verpflegung wollen auch bezahlt werden, der Verdienstausfall ist in diesen Spesen nicht einmal enthalten. In der Summe ist dies für viele Interessierte manchmal einfach ein zu hoher Kostenfaktor.

Nur – auf der anderen Seite: Die Informationen und Inhalte haben auch ihren Preis. Der Dozent muss bezahlt werden, der Veranstalter der Fortbildung möchte etwas verdienen und Tagungsräume sind auch nicht kostenlos zu haben.

2. Bei Fortbildungen gibt es eine weite Anreise!

Therapeuten eröffnen ihre Praxen immer dort, wo die Menschen sind, die ihrer Hilfe bedürfen. Das sind Städte, aber auch Dörfer und Landstriche. Fortbildungen hingegen finden in der Masse vor allem in Ballungszentren statt. Dort sind die Anbieter, dort sind die Räumlichkeiten. Für die meisten Teilnehmer ergibt sich daraus eine Anreise – besonders, wenn spezielle Fortbildungen nur an einem Ort stattfinden. Von Passau nach Hamburg ist man eine ganze Zeit unterwegs. Zeit, in der man keine Patienten behandeln kann.

Dabei liegt das oft gar nicht an den Dozenten. Auch die sind teilweise gezwungen, weite Reisen in kauf zu nehmen, um an einem Ort eine Fortbildung zu geben.

3. Inhalte sind oft sehr allgemein!

Dozenten haben bei der Vorbereitung einer Fortbildung ein Problem. Zwar können sie in der Beschreibung Hinweise geben, an wen sich eine Fortbildung richtet, aber sie wissen nichts über den aktuellen Kenntnisstand der Teilnehmer. Die Inhalte sollen aber allen gerecht werden. Bei Fortbildungen mit einer bunt gemischten Teilnehmergruppe ist das ein nahezu unmögliches Unterfangen.

Dazu kommt, dass individuelle Fragen und Themenkomplexe nur in sehr begrenztem Rahmen bei einer Fortbildung diskutiert und erörtert werden können. Eine perfekte Mischung aus wichtigen Inhalten für alle und individuellen Tipps für jeden Einzelnen gelingt nur sehr selten bis gar nicht.

4. Passende Termine sind selten!

Innerhalb von Therapeutenteams kommt es nicht selten vor, dass zwei die selbe Fortbildung besuchen wollen. Je nach Personalstärke kann eine Klinik oder Praxis den Ausfall von zwei Therapeuten an einem Tag aber nicht verkraften.

Oder folgende Situation: Schon lange plant man eine Fortbildung zu besuchen zu einem spannenden Thema. Man findet sie und muss dann feststellen, dass an diesem Tag die beste Freundin heiratet. Alternative Termine gibt es nicht. Der kollidierende Termin mag nicht typisch sein, aber Fortbildungen finden nicht regelmäßig immer wieder statt, sondern an ganz bestimmten Tagen – wer da keine Zeit hat, geht leer aus.

Inhouse-Schulungen für Teams

iPad-PräsentationAll diesen möglichen Problemen kann man als Klinik oder Praxis mit Inhouse-Schulungen begegnen. Sicherlich ist die Idee, Dozenten und Fachkräfte ins Haus zu holen um von ihnen zu lernen nicht neu und auch kein Wundermittel. Aber durch das Minimieren der Reise- und Verpflegungskosten für die Teilnehmer und die deutlich bessere Planbarkeit im Team lassen sich Unwägbarkeiten bei der Erfüllung der Fortbildungspflicht der Mitarbeiter umgehen. Auf elegante Art.

Der entscheidende Vorteil für Kliniken und Therapiezentren aber ist, dass man den Dozenten viel besser in seiner Vorbereitung unterstützen kann: Eine Beschreibung des Teams, der Vorgehensweisen, eingesetzten Methoden und Konzepte und ganz konkrete Fragestellungen können im Vorfeld besprochen und vereinbart werden. So ist der Inhalt der Fortbildung maßgeschneidert auf die Bedürfnisse des Teams. Teams, die auch berufsübergreifend arbeiten und sich interdisziplinär verstehen, können gemeinsam an Fortbildungen teilnehmen. Für das Patientengut einer Klinik ein wichtiger Qualitätsfaktor.

Epilog

Ich persönlich kann als Dozent und Vortragsreisender berichten, dass mir Inhouse-Schulungen sehr gut gefallen. Die Dynamik einer solchen Veranstaltung ist – soweit meine Erfahrungen – viel höher als bei einer Fortbildung zu der sich eine bunte Teilnehmergruppe einfindet. Vielleicht liegt das aber gerade daran, dass die Themen meiner Fortbildungen (Trachealkanülen und Dysphagie) besonders interdisziplinär ausgerichtet sind. Ein Berufsgruppen übergreifender Austausch ist überhaupt nur bei Inhouse-Schulungen möglich.

Wenn Sie ein Team leiten oder in einer Klinik für die Einhaltung der Fortbildungspflicht verantwortlich sind: nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf, ich würde Ihnen gern meine Fortbildungen vorstellen.

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