Darf ich vorstellen: Dummy der…

Im Klinikum Osnabrück war heute für mich ein überraschend großartiger Tag. Ein Paket wurde für mich abgegeben, auf das ich lange gewartet hatte. Aber nicht, weil die Post so langsam war, sondern weil es schwierig war, die Anschaffung zu rechtfertigen.

Am Ende hat es mit einem Trick funktioniert. Alle sind zufrieden und ich bin „der Gute“.

Die Vorgeschichte

Es ist bestimmt ein Jahr her, dass ich einen Dummy haben wollte, an dem man das Wechseln einer Trachealkanüle üben kann. Als Verantwortlicher für das Trachealkanülenmanagement im Haus und weil ich bei der Aus- und Weiterbildung von Pflegekräften beteiligt bin, sollte es dann auch ein praktisches Modell sein, das vielseitig einsetzbar ist. Nach langer Recherche bin ich auf ein Modell von Giro Medical gestoßen. Zugegeben, ganz schön groß der Kerl und mit 11 kg auch nicht wirklich lustig, damit auf Reisen zu gehen. Aber es kann, was viele andere Modelle nicht können. Es bietet einen seitlichen Einblick, hat ein Sichtfenster um von unten in die Trachea zu gucken und bietet einen durchgängigen Nasen-/Rachenraum.

Also habe ich über den Einkauf des Hauses einen bestellt.

Die Idee war gut, aber den Einkauf von einer Notwendigkeit zu überzeugen ist in einer großen Klinik was ganz anderes. Und so kam es, das mein Antrag auf einem Schreibtisch verschwand. Schade, aber wenn ich ehrlich sein soll, hat mich das nicht überrascht.

Zum Glück hatte ich einen Plan B. Der sah vor, dass ich für meine Tätigkeit als Dozent für das hauseigene Fortbildungszentrum für die letzten zwei Jahre auf mein Honorar verzichten wollte, wenn die Akademie im Gegenzug für mich diesen Dummy bestellt. So eine Art Bezahlung in Naturalien, die für das Haus gedacht war. Als ich die Idee der Akademie vortrug, war man dort erst einmal überrascht. Meine Argumente schienen aber doch zu überzeugen. Ich wollte diesen Dummy unbedingt – und alle, die ich fragte, wollten ihn auch.

Nun ist er da.

Wofür er bereit steht

Der Dummy soll vor allem dabei helfen, die Kolleginnen und Kollegen im Haus an das Trachealkanülenmanagement heranzuführen. Das Absaugen, Entblocken, Blocken, Wechseln und Einsetzen einer Trachealkanüle lässt sich trefflich üben. Nicht zuletzt wird das auch für Angehörige von Patienten mit Trachealkanüle hilfreich sein.

Außerdem kann das tiefe tracheale Absaugen geübt werden. Durch das untere Sichtfenster kann man den Absaugkatheter beobachten. Das ist hilfreich, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie weit man gehen darf, wann man zu tief ist.

Meine Hoffnung, man könnte mit dem Dummy auch im Rahmen von Fortbildungen die Passage eines Laryngoskops durch die Nase üben, hat sich nicht erfüllt. Zwar ist der Rachenraum nachgebildet, aber die Nase des Dummys besteht aus einem Freiraum, der keine relevanten Strukturen wie Nasenmuscheln und Nasenscheidewand enthält.

Noch hat er keinen Namen

Was fehlt ist ein Name für ihn. Schreibt mir in die Kommentare, wie ich ihn nennen soll. Die Vorschläge werden gesammelt und am Ende verkünde ich feierlich den Namen…

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