Aufruf zu außerordentlicher dbl-Mitgliederversammlung

Es ist kein Geheimnis: Ich selbst bin kein Mitglied im dbl – dem Berufsverband der Logopäden. Aber ich verfolge deren Arbeit aus der Ferne. Auch wenn mich die Beschlüsse und Wortmeldungen des Vereins nicht weiter interessieren, so mache ich meinem Unmut über Entscheidungen, Verhandlungsergebnisse und Stellungnahmen hin und wieder Luft. Ab und an fehlen mir aber die Worte. Und da das in letzter Zeit häufiger vorgekommen ist, beteilige ich mich gern an dem Aufruf vom Kollegen Schwarz, der eine außerordentliche Mitgliederversammlung anstrebt. Der dbl, eigentlich verpflichtet, Kontaktadressen von Mitglieder herauszugeben, wenn ein Mitglied darum bittet, stellte sich quer und versucht die Sache scheinbar auszusitzen.

Damit auch ich vielleicht mal einen lohnenden Berufsverband im dbl entdecken kann, unterstütze ich die Initiative vom Kollegen Schwarz und biete euch ein Anschreiben zum Download, mit dem ihr dem dbl mitteilen könnt, dass auch ihr eine außerordentliche Mitgliederversammlung wünscht.

Füllt diesen Antrag aus und schickt ihn an den Kollegen Andreas Schwarz, damit er dem Berufsverband gegenüber darlegen kann, dass eine ausreichende Zahl an Mitgliedern eine andere Berufspolitik wünscht und es eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben kann.

Die Zeit drängt dabei ein bisschen. Bis zum 16.01.2014 sollten die Anträge möglichst vieler Mitgliedern vorliegen.

Herzlichst
signatur_alex
Alexander Fillbrandt

Das Anschreiben von Andreas Schwarz:

Sehr geehrtes dbl-Mitglied,

mein Name ist Andreas Schwarz, ich bin 51 Jahre alt, selbstständiger Logopäde aus Niedersachsen und seit etwa 10 Jahren Mitglied unseres Berufsverbandes.

Ich möchte Sie hiermit um Ihre Unterstützung zum Erreichen des Quorums für die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung (aoMv) bitten.

Diese muss einberufen werden, wenn mindestens 10% der dbl-Mitglieder dieses Anliegen mit anhängendem Antrag bestätigen.

In den letzten Monaten zeichnet sich eine Entwicklung in unserem Berufsverband ab, die mich und viele andere Mitglieder mit großer Sorge erfüllt.

Der dbl ist unsere berufsständische Vertretung und hat laut § 2 der Satzung eine seiner Hauptaufgaben in der Förderung und Sicherung der eigenverantwortlichen und selbstständigen Tätigkeit seiner Mitglieder, sowie deren finanzielle Interessen zu wahren. Diese Aufgabe nimmt der derzeitige Bundesvorstand in meinen Augen nicht mehr wahr.

Trotz der Versprechungen des Bundesvorstandes seit der Kongresse in Nürnberg und Erfurt, gibt es nach wie vor kein aussagekräftiges Wirtschaftlichkeitsgutachten, mit dem in Kassenverhandlungen und besonders in Gesprächen mit Entscheidungsträgern der Politik, für eine bessere Vergütung unserer Arbeit argumentiert werden könnte. Die Forderungshöhe in einem Schiedsverfahren auf Landesebene wird sogar vom Bundesvorstand torpediert, obwohl diese deutlich unter den vom dbl propagierten 50,00 € pro Therapieeinheit liegt.

Nach insgesamt vier Mitgliederbefragungen, in denen sich zuletzt 75% der Befragten gegen eine Öffnung der Heilmittelrichtlinien bezüglich der Therapie von Kindern in Einrichtungen aussprachen, gibt es noch immer keine offizielle Stellungnahme des Bundesvorstandes, die weder die künftige Ausrichtung des Verbandes noch die derzeitige Rechtslage klarstellt.

Trotz seit Jahren steigender Einnahmen des Verbandes schmelzen die Rücklagen des dbl drastisch. Betriebswirtschaftlich bewegen wir uns somit am Rande der Insolvenz, was kurzfristig vermutlich durch die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge verzögert werden konnte. Gleichzeitig bleibt die Verwendung von 120.000,- Euro im Jahre 2012 ungeklärt.

Zuletzt gab unsere Präsidentin Christiane Hoffschildt ein Interview im Deutschen Ärzteblatt, mit mehr als nur „unglücklich gewählten Worten“, und dessen negative Resonanz schon weitreichend zu spüren ist. Bis zum heutigen Tage distanziert sie sich nicht vom Inhalt, sondern entschuldigte sich lediglich vor den Landesverbandsvorsitzenden dafür, die Brisanz der getroffenen Aussage nicht erkannt zu haben. Dies führte bis November 2013 dazu, dass über 800 Mitglieder den Rücktritt der Präsidentin forderten und der Ehrenrat angerufen wurde. Diese Liste ließe sich verlängern.
Ich halte es angesichts der Vorkommnisse für dringend geboten, dass sich der Bundesvorstand im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der kritischen Diskussion mit uns Mitgliedern zu diesen Themen stellt.

Eine Unterstützung dieses Antrages verpflichtet Sie nicht, zur persönlichen Teilnahme an der aoMv, wäre aber sehr zu begrüßen.

Investieren Sie in Ihre Zukunft und senden Sie mir den Antrag bitte bis zum 16.01.2014 unterschrieben und mit Ihrer Mitgliedsnummer versehen an die angegebene Adresse zurück.

Mit freundlichen Grüßen,
Andreas Schwarz,
Logopäde und dbl-Mitglied

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