Therapiematerial: Tipps zur Gestaltung – Schriften

Therapiematerial für logopädische Patienten sollte die besondere Situation der Patienten berücksichtigen. Aphasie-Patienten haben teilweise ebenfalls ein eingeschränktes Gesichtsfeld, Schwierigkeiten mit der Konzentration oder andere Störungen, die die Wahrnehmung betreffen. Mit ein paar einfachen Kniffen kannst du dein Therapiematerial so gestalten, dass es für die meisten Patienten leicht zu bearbeiten ist.

Zunächst eine kleine Einführung in die Typographie

Es gibt zwei Arten von Schriften: solche mit Serifen und Schriften ohne Serifen. Serifen sind diese kleinen “Erweiterungen” an den Strichenden.

Serifen, die kleinen Striche an den Ecken der Buchstaben.

Diese Serifen liegen auf einer vorgestellten Hilflinie. Damit geben sie dem Auge eine Orientierung beim Lesen. Längere Texte in Zeitungen und Büchern sind fast immer in einer Schrift mit Serifen gesetzt.

Für Sätze und Texte auf Arbeitsblättern eignet sich eine Schrift mit Serifen. Die Klassiker, die auf jedem PC und Mac installiert sind, heißen Times New Roman oder Courier.

Für Wörterlisten oder Aufgaben mit Wortblöcken eignen sich hingegen Schriften ohne Serifen. Diese sind klarer und wirken ruhiger. Die typischen Schriften auf einem PC oder Mac sind Arial und Letter Gothic.

Ich habe dir jeweils zwei Schriften mit und ohne Serifen genannt. Hier wirst du gleich einen weiteren Unterschied feststellen. Die Times New Roman und die Arial verhalten sich anders als Courier und Letter Gothic:

Schriften mit und ohne fester Laufweite im Beispiel

Es gibt Schriften mit fester Laufweite – jeder Buchstabe nimmt in der Breite den gleichen Platz ein, egal ob ein i oder ein M. Proportionale Schriften hingegen sind so gestaltet, dass ein Buchstabe nur die Breite einnimmt, die er auch benötigt.

Wenn du eine Aufgabe gestalten willst, bei der ein Patient Buchstaben oder Wortteile ergänzen soll, wähle am besten eine Schrift mit fester Laufweite. Diese Schriften haben oft Bestandteile wie “mono” oder “Typewriter” in ihrem Namen.

Schriftgröße. Entscheidend oder nicht?

Schriftgrößen kann man in seiner Textverarbeitung oder anderen Programmen zur Gestaltung von Therapiematerial, natürlich auch ändern. Sie werden oft in Pixel oder Punkten angegeben. Ein normales Buch hat meistens eine Schriftgröße von 12 Pt. oder 11 Px. Das ist für die meisten Arbeitsblätter allerdings zu klein.

Es kommt letztlich darauf an, wie umfangreich dein Therapiematerial sein soll und für welche Zielgruppe bzw. welches Störungsbild es konzipiert ist. Ich empfehle dir eine Schriftgröße von min 14 Pt. bis zu 18 Pt.

Fazit

Du hast nun viel über Schriften gelernt. Überlege dir genau, welche Schriften in welcher Größe du verwenden möchtest. Du kannst die Wahl am besten gegen Ende deines Gestaltungsprozesses treffen. Erstelle erst die Aufgaben und probiere zuletzt aus, wie das Arbeitsblatt auf dich wirkt. Verändere dann die Schriften und schaue es dir im Vergleich mit anderen Kombinationen an. Auch wenn du eine sehr umfangreiche Aufgabe hast, bist du nicht gezwungen, alles auf eine Seite zu pressen. Manchmal ist es besser, du lässt viel weiße Fläche, hast eine klare Struktur durch Schriften und Größen – und dann halt zwei oder mehr Seiten.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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